Neue Geschäftsleitung bei Diversicon

Bei Diversicon steht ein Wechsel in der Geschäftsleitung an. René Kuhlemann und Sally Ollech verabschieden sich; Anja Pieper und Maja Hebel übernehmen ab August das Steuer. Zum Stabwechsel haben wir noch ein paar Fragen.

Sally Ollech und René Kuhlemann

Sally Ollech und René Kuhlemann übergeben die Geschäftsleitung von Diversicon.

René, du bist Mitgründer und bisheriger Geschäftsführer von Diversicon. Sally, du hast Diversicon als Mitglied der Geschäftsleitung von Beginn an mit aufgebaut. Warum habt ihr euch nun entschieden neue Wege zu gehen – und wie sehen diese aus?

René: Ich habe Diversicon Anfang 2017 mit Dirk gegründet und mit Sally dann weiter aufgebaut. Die letzten dreieinhalb Jahre waren eine sehr schöne, ereignisreiche und intensive Zeit, aber auch anstrengend. Im Verlauf der Entwicklung von Diversicon hat sich auch meine Rolle verändert – was in einem wachsenden Unternehmen völlig normal ist. Jedoch hatte ich dadurch immer weniger die Möglichkeit, mit den Menschen zu arbeiten, die zu uns kommen. Ein weiterer Punkt ist, dass ich von meiner Ausbildung her Naturwissenschaftler bin und dieses Wissen in den letzten Jahren nicht nutzen konnte. Da lag quasi ein Teil von mir brach.

Ich werde nun Lehrer im Quereinstieg für Mathe und Chemie an einem Berliner Gymnasium. Das ist für mich ein Weg die beiden genannten Punkte wieder etwas zusammen zu bringen.

Sally: Als sich die Frage stellte, wer Diversicon weiterführen wird, stand ich elternzeitbedingt noch nicht wieder zur Verfügung. Bei Maja und Anja sehe ich Diversicon in sehr guten Händen. Das ermöglichte mir den Blick auf meinen nächsten beruflichen Schritt zu richten. Hierbei stehe ich noch am Anfang und freue mich darauf zu schauen, wo ich als nächstes wirken werde. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn Diversicon bis hierhin mit aufzubauen und zu begleiten hat mir total viel Spaß gemacht!

Worauf blickt ihr gerne zurück und was wünscht ihr Diversicon für die Zukunft?

Sally: Durch die Arbeit in unserem neurodiversen Team habe ich viel über mich und über Zusammenarbeit gelernt. Sehr gerne blicke ich auf den Austausch mit unseren ehemaligen Teilnehmenden zurück – zu sehen, auf welchem Weg wir Einzelne begleiten durften, hat mich immer wieder berührt und motiviert. Und ich bin dankbar, dass wir einen kompetenten Gesellschafterkreis und in Phineo einen innovativen Förderpartner gewinnen konnten, die unsere Arbeit möglich machen. Für mich war und ist es toll zu sehen, was wir schon alles gemeinsam geschafft haben und wie sich Diversicon weiterentwickelt! Ich wünsche dem Team von Herzen, dass es auch weiterhin gelingt, viele Autist*innen auf ihrem Berufsweg und in Arbeit zu begleiten!

René: Mit Diversicon haben wir ein Angebot geschaffen, dass besonders auf die Bedarfe von Autist*innen ausgerichtet ist und Menschen damit erfolgreich in eine Arbeit bringt, die zu ihnen passt und damit auch nachhaltig ist. Wir haben im Bereich Autismus und Arbeit ein hohes Maß an Kompetenz aufbauen können und sind inzwischen bundesweit bekannt. Ich freue mich sehr, dass ich diese Entwicklung begleiten konnte.

Diversicon geht nun mit einer neuen Leitung in eine neue Entwicklungsphase. Es ist gut das Unternehmen bei Maja und Anja in guten Händen zu wissen.

Sally & René: Wir freuen uns beide sehr, Diversicon auch weiterhin als Gesellschafter unterstützen zu können.

DANKE für alles, was ihr für Diversicon getan habt. Wir wünschen euch alles Gute für euren weiteren Weg!

Maja Hebel und Anja Pieper

Maja Hebel und Anja Pieper übernehmen die Geschäftsleitung von Diversicon.

Anja, du bist nach dem Austritt von René und Sally Dienstälteste bei Diversicon und bisher Leiterin der Kurse und Coachings. Maja, du bist als Elternzeitvertretung von Sally zu Diversicon gekommen. Nun übernehmt ihr gemeinsam die Geschäftsleitung. Was hat euch dazu motiviert?

Anja: Ich bin bei Diversicon, seit wir mit dem aktiven Angebot der Kurse und Coachings gestartet sind. Wir haben schon viel bewegen können in dieser vergleichsweise kurzen Zeit. Jetzt haben wir noch so viele weitere Ideen und ein tolles Team welche diese entwickeln und voranbringen können.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der wir auf die Stärken und Möglichkeiten, die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen achten und darauf eingehen, ohne dass es jeweils eine Begründung oder eine Erklärung dafür braucht; in der es selbstverständlich ist, die Dinge jeweils so zu gestalten, dass sie für alle Beteiligten gut sind. Diversicon kann in einem kleinen Bereich, der mir persönlich sehr viel bedeutet, etwas dazu beitragen. Das ist meine Motivation!

Maja: Ich bin überzeugt, dass wir als plurale Gesellschaft Diversität in allen Formen viel stärker wertschätzen und als Chance begreifen müssen. Diversicon leistet einen wichtigen Beitrag, um die Chancengerechtigkeit von Autist*innen zu verbessern und Diskriminierung entgegen zu wirken. In der Arbeit mit unseren Teilnehmenden und mit Arbeitgebenden sehen wir, dass dies gut gelingen kann. Es begeistert mich, wenn Menschen in ihren Stärken anerkannt werden und wir es schaffen stereotype Vorstellungen abzubauen.

Wir wollen, gemeinsam mit anderen Akteuren, einen Beitrag dazu leisten, dass es bei Leistungsträgern, Unternehmen und an Schulen mehr Wissen zu Autismus gibt. Und vor allem, dass Autist*innen für sie passende Arbeit finden.

In welche Richtung wollt ihr Diversicon weiterentwickeln und wie wollt ihr sicherstellen, dass Diversicon auch zukünftig inklusiv ist und eine neurodiverse Perspektive hat?

Anja & Maja: In erster Linie wollen wir alles tun, um die bereits gesetzten Ziele für die gleichberechtigte Teilhabe von Autist*innen am Arbeitsleben zu erreichen, unser Auftrag ist (leider) noch nicht erfüllt. Wir sind ständig dabei unsere Angebote zu verbessern und zu erweitern, Anregungen von Teilnehmenden umzusetzen und Ideen einzuarbeiten. Wir pilotieren beispielsweise gerade ein weiteres Kursformat (Begleitung in Arbeit) und wollen dieses Jahr auch dem Wunsch nach weiteren Schulungen stärker nachkommen. Die teilweise Digitalisierung unserer Angebote ist ein weiteres wichtiges Ziel für die kommenden Monate.

Für alle Aspekte unserer Arbeit ist die autistische Innenperspektive besonders wichtig. Als wir zu Diversicon kamen, hat uns insbesondere die neurodiverse Zusammensetzung des Teams überzeugt – und diese besteht ja weiterhin fort. Auch in Zukunft werden wir weiterhin (neuro-)divers rekrutieren und diskriminierungskritisch arbeiten. Nicht zuletzt sind wir ja auch im ständigen Gespräch mit den Teilnehmenden und jede*r Einzelne von ihnen eröffnet uns wieder neue Sichtweisen und Perspektiven die wir dann in unsere Arbeit einbeziehen.

Anja und Maja, wir haben großes Vertrauen, dass ihr Diversicon gut weiterführen werdet und freuen uns auf die Zeit mit euch!